VVR kündigt vorzeitig Verkehrsvertrag mit Eurobahn

Ein Flirt1 der Eurobahn/ keolis
Ein Flirt1 der Eurobahn/ keolis
  • VVR entzieht Eurobahn vorzeitig die Linien S1 und S4, welche sie ab Dezember übernehmen sollten
  • Eurobahn widerspricht Anschuldigung des Lokführermangels
  • Deutsche Bahn betreibt die Linien weiter, trotzdem kann es ab Dezember zu Problemen kommen

Im Dezember sollte die Eurobahn, eine Tochter des internationalen Unternehmens keolis, welche wiederum eine Tochter der französischen Staatsbahn SNCF ist, die Linien S1 un S4 im Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) von der Deutschen Bahn übernehmen, nachdem die DB bei der europaweiten Ausschreibung der Eurobahn unterlag. Doch das wird nun doch nichts, wie nun am 19. September bekannt wurde. Der VRR hat bereits vor der Übernahme durch die Eurobahn denn gemeinsamen Vertrag gekündigt. Grund: Laut VRR fehlen der Eurobahn gut 70% der geplanten 121 Lokführer für diese Linien. Für diesen Vorwurf hat die Eurobahn überhaupt kein Verständnis, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Eurobahn hatte demnach am Anfang der Woche dem VRR deutlich gemacht, dass sie es bis Ende Dezember schaffen, genug Lokführer zu finden.

 

Aufgrund dieser Notsituation soll nun wieder die deutsche Bahn die Linien betreiben, so wie sie es bis zum Fahrplanwechsel tun werden. Dies geschieht im Rahmen der nun erfolgten Notvergabe, damit zum Fahrplanwechsel überhaupt jemand fährt. Dass der VRR die Notbremse gezogen hat, ist ein bisher einzigartiger Fall in Deutschland welcher zwar für die Fahrgäste richtig und gut sei, aber einen extrem langen Rechtstreit mit sich bringen kann, so Lothar Ebbers, Sprecher der Verbandes Pro Bahn in NRW. Diese Notvergabe ist allerdings befristet und ist nur eine Übergangslösung. Die beiden S-Bahn-Linien werden schnellstmöglich erneut europaweit ausgeschrieben.

 

Problematisch bei dieser Notvergabe ist allerdings, dass die DB, welche die Strecken eigentlich nur bis zum Fahrplanwechsel betreiben sollte, die ab dann freiwerdenden Lokführer bereits inn anderen Geschäftsfeldern oder an anderen Einsatzstellen fest verplant hat. Dadurch hat auch die Deutsche Bahn ein Personalproblem.

 


Quelle:

 

     >>>Text: Lucian Berndt

     >>>Bild: Pixabay, freie Verwendung

     >>>Info: waz und WDR