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FNM bestellt bei Stadler 30 dieselelektrische Züge für Norditalien

•Option auf 50 Fahrzeuge •erster Abruf für 30 Fahrzeuge unterschrieben •190 Millionen Euro Auftragsvolumen

So sollen die neuen dieselelektrischen Züge für die Lombardei aussehen | Bild: Tagblatt
So sollen die neuen dieselelektrischen Züge für die Lombardei aussehen | Bild: Tagblatt

Stadler und FNM S.p.A. unterzeichneten am 21.11.2018 in Mailand einen Rahmenvertrag über die Lieferung von dieselelektrischen Triebwagen für den Regionalverkehr in der Lombardei, dem Norden von Italien, nachdem sie im letzten Jahr die dortige Ausschreibung hierfür gewonnen hatten. Die Laufzeit beträgt 8 Jahre und die Mindestbestellmenge sind 30 Fahrzeuge. Höchstens 50 Fahrzeuge können bestellt werden.


Zeitgleich schloss Stadler mit der FERROVIENORD, einer 100%-igen Tochterfirma der FNM, einen Vertrag zum Abruf der ersten 30 Fahrzeuge mit einem Wert von 190 Millionen Euro ab (Stückpreis 6,39 Millionen).

Ebenfalls sieht der Rahmenvertrag eine planmässige Wartung des ersten Abrufes sowie eine Instandsetzung bei Vandalismus und Unfallschäden vor.

Die Auslieferung des ersten Abrufes soll im Jahre 2021 beginnen.


Fahrzeugtechnik:

Bei der Ausschreibung und somit bei den neuen Fahrzeugen wurde besonders auf eine gute Umweltverträglichkeit sowie innovative Lösungen geachtet.


Der Antrieb des Zuges befindet sich in einem sogenannten Power-Pack. Darin enthalten sind zwei emissions- und geräuscharme Dieselmotoren der neuesten Generation mit SCR-Katalysator sowie zwei Batteriesätze enthalten. Mit dieser Technologie kann der Zug auch beim beschleunigen und bremsen Strom erzeugen, welcher später für das Fahren verwendet wird. Ebenfalls wurde im Vergleich zu den alten Fahrzeugen eine Beschleunigung um 20% erreicht, was sich im nahezu S-Bahn ähnlichem Netz positiv auswirkt.


Umweltschutz:

Der Kraftstoffverbrauch der neuen Züge soll im Vergleich zur älteren Flotte um 30% geringer sein, was schätzungsweise 3 Millionen Euro jährlich an Kosten für Kraftstoff sparen wird.

Aber auch der Co2-Ausstoß wird stark sinken, nämlich um ungefähr 12.400 Tonnen pro Jahr (das entspricht gut 8.600 PKW). Da die Motoren in die Mitte des Wagens verlegt und nicht mehr im ganzen Zug verteilt wurden, sind deutlich weniger Vibrationen und somit Verschleiß zu erwarten - außerdem steigt dadurch der Komfort im Fahrgastraum, da es insgesamt bedeutend weniger Lärm gibt. In Bahnhöfen kann der Antrieb rein aus der Batterie erfolgen, was Lärm und Abgase im Bahnhof stark entlastet. Der Wiederverwertungsindex eines Zuges liegt bei beachtlichen 93%, was aus umwelttechnischer Sicht sehr gut ist.


Ausstatung und Komfort:

Auf den 66,8 Metern eines aus 3 Fahrgastteilen bestehenden Zuges finden 328 Personen einen Platz, 168 davon einen Sitzplatz. Der 140 km/h schnelle Zug ist weiterhin mit einer Toilette, WLAN, LED-Beleuchtung, 220-Volt-Steckdosen, USB-Anschlüssen und einem Fahrgastinformationssystem ausgestattet.


Plätze für Fahrräder, Schiebetritte für eine Überbrückung des Spalts zum Bahnsteig sowie eine optische und akkustische Warnung beim öffnen und schliessen der Türen sind ebenfalls verbaut.


Quellen:


     》Text: Lucian Berndt

     》Bild: Tagblatt

     》Info: Stadler Rail Pressemeldung