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Siemensbahn Berlin: Planung zur Reaktivierung kann beginnen

1929 gebaut - 1980 stillgelegt. Nun soll die rund 5 Kilometer lange Strecke wieder reaktiviert werden. Sie war eine eigens von der Firma Siemens gebaute Strecke und brachte zu den Glanzzeiten des Konzerns Tausende Arbeiter im 5-Minuten-Takt zu den Siemens-eigenen Bahnhöfen Gartenfeld, Siemensstadt und Wernerwerk. Bis 2025 könnte diese Strecke reaktiviert sein.

Berlin - Die Siemensbahn reaktivieren, das ist das Ziel von Bahn und Stadt Berlin. Das Projekt i2030 soll den Berliner und Brandenburger Nahverkehr stärken. Im Bahnhof Wernerwerk unterzeichneten der Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, Ronald Pofalla, sowie der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, die Finanzierungsvereinbarung. Die Reaktivierung der Siemensbahn ist eines von neun Projekten, welche 2017 im Rahmen des i2030-Projektes verabschiedet wurden.

 

Bereits 1905 gab es erste Planungen und Ideen für einen Bau der Siemensbahn, um Arbeiter des damals noch in Berlin angesiedelten Konzern zur Arbeit zu bringen. Innerhalb von zwei Jahren (1927-1929) wurde die Strecke dann geplant und gebaut. Das Siemensareal soll umgebaut und anderweitig genutzt werden, denn der Konzern Siemens möchte es komplett umgestalten und zu einem modernen Stadtteil machen. Unter anderem sollen Wissenschaft und Wirtschaft, insbesondere Schlüsseltechnologien und Innovationsfelder neu angesiedelt werden, aber auch außeruniversitäre und wissenschaftliche Einrichtungen. Dieser Universitätscampus ist die größte Einzelinvestition von Siemens und Berlin und wird gut 600 Millionen Euro kosten. Dadurch gewinnt die knapp fünf Kilometer lange Verbindung massiv an Bedeutung. Da sich das Gelände immernoch im Besitz der DB AG befindet,wird es diesbezüglich keine Probleme geben.

 

Die wohl größten Probleme bei der Reaktivierung sind die strengen Auflagen des Denkmahlschutzes sowie der Neubau einer gut 70 Meter langen Brücke über die Spree, welche die Siemensbahn seit dem Zweiten Weltkrieg vom Ringbahn-Bahnhof Jungfernheide trennt. Weitere Punkte der Reaktivierung sind die neu zu verlegenden Gleise, welche rund zehn Kilometer umfassen sowie die Errichtung von Weichen und die Installation der Signaltechnik auf der gesamten Strecke. Die drei Bahnhöfe Wernerwerk, Siemensstadt und Gartenfeld sollen ebenfalls reaktiviert werden wie der Anschluss an die Beliner Ringbahn im Bahnhof Jungfernheide. Dazu sind auch noch eine Untersuchung des rund 800 Meter langen Viaduktes unter Denkmalaspekten sowie die Errichtung von mindestens zwei Brückenbauwerken mit mindestens 150 Meter Länge nötig.

 

Die Gesamtkosten für die Planung wird mit rund 2,3 Millionen Euro recht teuer. Allerdings gehen in diesen Betrag auch Planungen zu einer eventuellen Verlängerung der Strecke über den Bahnhof Gartenfeld hinaus ein sowie Umweltstudien, Schallgutachten und vieles mehr. Wie teuer dann die eigentliche Reaktivierung wird, steht noch in den Sternen.

So sieht die aktuelle Planung der Siemensbahn im Projekt i2030 aus, welches den Nahverkehr in Berlin und Brandenburg stärken soll
So sieht die aktuelle Planung der Siemensbahn im Projekt i2030 aus, welches den Nahverkehr in Berlin und Brandenburg stärken soll

Pressestimmen:

„Es ist ein gutes Signal, dass es jetzt losgeht mit der Siemensbahn. Hier verbindet sich Berlins Industrialisierungsgeschichte mit der Zukunft der Industrialisierung im 21. Jahrhundert. Der Senat ist ganz vorne mit dabei mit finanziellem Engagement aber vor allem mit seiner Digitalisierungsstrategie und Industriepolitik, um den digitalen Wandel zu einem Erfolg für alle Berlinerinnen und Berliner zu machen.“

Michael Müller, Bürgermeister von Berlin

 

„Die Wiederherstellung der Siemensbahn ist ein herausragendes Beispiel für einen attraktiven und schnellen innerstädtischen Bahnverkehr. Der Bund wird die Fördermittel für solche Projekte deutlich aufstocken. Vor 90 Jahren repräsentierte die Siemensbahn den damals modernsten Stand der Bahntechnik. Ich wünsche der „neuen Siemensbahn“, dass sie Musterbeispiel für ein Schienenverkehrssystem des 21. Jahrhunderts in einer Smart City wird.“

Enak Ferlemann, Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr

 

„Die Siemensbahn ist ein großartiges Beispiel dafür, wie ein Schienenprojekt schnell, gemeinsam und beherzt auf den Weg gebracht wird. Mit einem starken Nahverkehr leisten wir unseren Beitrag und bieten Pendlern und Anwohnern eine attraktive und zuverlässige Anbindung mit hoher Taktung.“

Ronald Pofalla, Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn

 

„Die Deutsche Bahn und das Land Berlin verbinden mit der Reaktivierung der Siemensbahn auf einmalige Weise Tradition und Innovation.Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist für das Projekt entscheidend.“Cedrik Neike, Vorstandsmitglied Siemens AG und verantwortlich für das Siemensstadt-Projekt


Quellen:

 

     >>>Text: Lucian Berndt

     >>>Bild: S-Bahn Berlin

     >>>Grafik: Pressemitteilung DB

     >>>Info: Pressemitteilung DB und Wikipedia