Konstanz-Petershausen: Bahnhofs-Sanierung wird mehr als doppelt so teuer

Bahnhof Konstanz Petershausen
Der Bahnhof Konstanz-Petershausen mit einem Regionalzug der Schwarzwaldbahn | Bild: Südkurier, Jörg-Peter Rau

Die neuen Bahnsteige in Konstanz werden mehr als doppelt so teuer wie geplant - Grund: Die Bahn darf nur nachts bauen



2013 wurden 1,6 Millionen Euro für den Bahnhofsumbau berechnet - aktuell sind es 4,1 Millionen


Der Bahnhof Konstanz-Petershausen ist der zweitwichtigste der 4 Bahnhöfe von Konstanz. Er besitzt einen Mittelbahnsteig in einem erbärmlichen Zustand und eine Unterführung im alten Stil.


Die Kostenexplosion geht aus Unterlagen der Stadt Konstanz hervor. Die Stadt selber ist aber nur minimal davon betroffen, da sie frühzeitig eine Vereinbarung mit der Bahn getroffen hat, welche sie von solchen Fällen freistellt.



Wer muss wieviel mehr zahlen?

Die Stadt selber muss lediglich 340.000 Euro mehr zahlen, wovon allerdings der Landkreis 40% übernimmt. Die Stadt zahlt somit insgesamt 638.000 €. Die Bahn zahlt statt den geplanten 0 Euro nun 761.000 Euro. Am stärksten betroffen ist das Land Baden-Württemberg, es muss jetzt 2,25 Millionen Euro zahlen, statt der geplanten 854.000 Euro.



Woher die Kostenerhöhung?

Ein Hauptgrund für die Kostenexplosion ist ein schwerer Planungsfehler bei der Bahn.

Laut einem Bericht der der Stadt vorliegt, hatte die eine Abteilung nicht mit der anderen Abteilung gesprochen. Somit ergab sich nun das Problem, dass eine Sperrung von nur einem Gleis gar nicht möglich ist. Der Vorteil an einer einseitigen Streckensperrung wäre, dass man kostengünstig tagsüber bauen kann.


Die DB Netz, eine Unterfirma des DB Konzerns fand nun aber heraus, dass ein aufwändiger Schienenersatzverkehr (SEV) sowie eine Umleitung sämtlicher Güterzüge nicht möglich sei.


Somit kann entgegen der Planungen nur nachts gebaut werden. Diese Art ist dementsprechend um einiges teuerer.

Allein die Lärmschutzwände die nun installiert werden müssen (wie in Allensbach bereits geschehen), kosten laut Deutscher Bahn mindestens eine halbe Million Euro.



Ansichten der regionalen Politiker:

"Ich kann mich nur wundern, wie die Bahn hier vorgeht" - Jürgen Ruff (SPD)


"Am Ende zahlen wir es doch" - Heinrich Fuchs (CDU)


"...fürchterlichen Verhandlungspartner" - Anne Mühlhäußer (Freie Grüne Liste)


Trotzdem wurde im Ausschuss einstimmig für den neuen Entwurf gestimmt.



Baustart im September - Fertigstellung 2019

Trotz allem geht die Bahn weiterhin von einem Baustart im September 2018 aus und hält somit am Zeitplan fest. Ausserdem sieht sie einer planmäßigen Fertigstellung positiv entgegen. Dies sollte im Juni 2019 der Fall sein. Dann kann endlich auch der alte Mittelbahnsteig abgerissen und die Unterführung mit Beton verfüllt werden.

Zu den neuen Bahnsteigen gelangt man dann barrierefrei von den Straßen aus.



Bahnsteighöhe und Fahrradstellplätze

Erleichterung gibt es beim Thema Bahnsteighöhe. Das Norm-Maß wurde nämlich auf 76 cm über Schienenoberkante erhöht. Die Planungen sehen allerdings eine Höhe von 55 cm vor, die Höhe der Seehas-Züge auf der Strecke Konstanz-Engen.

Es wurde diskutiert, die Planungen zu ändern auf 76 cm Bahnsteighöhe, was einiges an Mehrkosten mit sich bringen würde. Doch man bleibt bei den 55 cm.


Unterhalb der neugebauten Z-Brücke über dem Bahnhof entstehen momentan mit der Stadt Konstanz viele neue Fahrradplätze, wettergeschützt durch die Rampen. Dieswird ein Ausgleich für die Flächen sein, die für die neuen Bahnsteige wegfallen. Für Reisende Richtung Radolfzell-Singen-Engen ein echter Ersatz.




Quelle:


Südkurier-Meldung vom 17.05.2018

》Text: Lucian Berndt


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