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Innotrans 2018: DIE neue S-Bahn für Berlin

•Neuvorstellung der Baureihe 484/483 •Infos zur Baureihe •Bündnis von Stadler und Siemens

Bild: Bahnnews Europa /LB
Bild: Bahnnews Europa /LB

Allgemein

Berlin/Innotrans 2018 - da ist sie! Die neue S-Bahn für Berlin! Vorgestellt auf der Innotrans 2018 und somit von jedem Interessenten einsehbar


Es ist der zweite fertige Zug der Baureihe 484, also der langen Version, der neuen S-Bahn. Der 4-Wagen-Zug (Halbzug) trägt die Nummer 484 002 A. Alle 4 Wagen sind gleich bezeichnet, allerdings als A, B, C und D, wobei die Köpfe der Baureihe 484 die Buchstaben A und D haben.

Der kurze Viertelzug mit zwei Wagen verkehrt als Baureihe 483 A/B ohne Mittelwagen.


Die Züge sind, vorallem was das Design angeht, eine Neuheit. Die glatte viereckige Front wirkt futuristisch und ist gewöhnungsbedürftig. Allerdings kann man sich mit ihr anfreunden und sie ist zeitgemäß. Ebenfalls eine Neuheit bei der Berliner S-Bahn sind die in den Baureihen 483/484 verbauten Klimaanlagen. Wie sich diese im strengen Berliner Verkehr beweisen, wird man sehen


Bild: Wikipedia, CreativeCommons
Bild: Wikipedia, CreativeCommons

2016 wurde der erste Endwagen im 1:1 Modell vorgestellt. Mit ihm und vielen Fahrgästen sowie Vetretern von Interessensverbänden wurde daraufhin vieles verbessert und bewertet wie zum Beispiel das Außen- und Innendesign, die Ausstattung und die Funktionalität.


Ausschreibung und Vertrag

Insgesamt lässt sich die S-Bahn Berlin das gesamte S-Bahn-Programm, also inklusive des Umbaus der Werkstatt Grünau, rund 900 Millionen Euro kosten. Ausgeschrieben wurde das S-Bahn-Netz Ring sowie dessen Zulaufstrecken im Jahr 2013 durch den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Die S-Bahn Berlin, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG, welche die Ausschreibung Ende 2015 gewann, muss gemäß Vertrag 1380 Wagen neu beschaffen.


Gleichzeitig wurden 2015 die ersten 106 Fahrzeuge in Bestellung gegeben - davon 21 Viertelzüge und 85 Halbzüge.


Fahrzeug-Technik

Die komplett neuentwickelte Baureihe wird von einem Konsortium der Firmen Stadler Pankow und Siemens gebaut. Dabei ist der Konsortialführer Stadler für den Wagenkasten und die Mechanik zuständig, Siemens für die komplette Technik. Darunter fallen Antriebs- und Bremstechnik, Bordnetzversorgung, Fahrzeugsteuerung und Zugsicherungsanlagen sowie die Drehgestelle und das Fahrgastinformationssystem


Die Wagenkästen werden in Ungarn hergestellt, dann nach Berlin-Pankow ins Stadler-Werk gebracht und schliesslich in Velten In Betrieb gesetzt.

Im Oktober 2017 traf dann der erste fertig montierte Wagenkasten in Berlin ein. Der auf der Innotrans ausgestellte Zug 484 002 A-D ist der erste rollfähig montierte Triebzug.


Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 100 km/h festgelegt, da die Strecken nur dafür zugelassen sind und es im S-Bahn-Verkehr keinen Mehrgewinn hätte, wenn sie schneller fahren würden. Gegenüber den Vorgänger-Baureihen ist der Lärmpegel deutlich gesunken, weswegen man das typische S-Bahn-Geräusch beim Beschleunigen vermissen wird.


Im Viertelzug ist die komplette Technik doppelt vorhanden, im Halbzug sogar vierfach. Falls nun eine Komponente wie der Antrieb ausfällt, fällt nur ein Wagen aus und nicht direkt der ganze Zug. Pro Viertelzug ist des Weiteren eine Magnetschienenbremse verbaut, im Halbzug sogar zwei Stück.


Ausstattung und Komfort

Der Innenraum der Baureihe 484 | Bild: Bahnnews Europa /LB
Der Innenraum der Baureihe 484 | Bild: Bahnnews Europa /LB

Das Außendesign der S-Bahn bleibt im Standard-Look rot-gelb.

Alle Sitze (abgesehen von den Sitzplätzen), sind in vis-a-vis-Stellung (Vierer) angebracht. In den Mehrzweckbereichen mit Klappsitzen können Fahrräder und Rollstühle/Kinderwägen untergebracht werden.

Am Ende der Züge befindet sich jeweils eine Tür für den Triebfahrzeugführer sowie eine Spaltüberbrückung an den Außentüren wegen den Rollstuhlfahrern


Bei der Baureihe 483 (Viertelzug) sind 94 Steh- und 80 Sitzplätze, davon 20 Klappsitze, verbaut, während es bei der Baureihe 484 (Halbzug) mit 202 Steh- und 184 Sitzplätzen ein doppelt so hohes Angebot gibt.


Weiterhin werden die Fahrgäste durch ein Fahrgastinformationssystem schnell und einfach mit Echtzeitdaten über Details der Fahrt informiert. Zusammen mit einer vollständigen Überwachung durch Kameras ist der Fahrgast sicher und informiert.

Alle Türen werden automatisch geöffnet und geschlossen, um ein Aufheizen und Abkühlen zu verhindern. Für die Kontrolle des Fahrgastwechsels werden ebenfalls Kameras verwendet, über die der Triebfahrzeugführer die Türen im Blick hat. Somit fallen die Spiegel weg.


Einsatz

Die ersten Testfahrten mit den bereits fertigen Fahrzeugen finden ab 2019 im Prüfcenter Wegberg-Wildenrath und ab 2020 nachts auf der Ringbahn statt.


Ab Ende 2020 werden die ersten 10 Vorserienfahrzeuge auf der Linie S47 (Südkreuz - Spindlersfeld) im Probebetrieb eingesetzt. Der Fahrgastbetrieb soll hier ab Januar 2021 stattfinden. Danach wird ab 2022 die Linie S46 (Königs Wusterhausen - Südkreuz - Westkreuz) auf die neuen Fahrzeuge umgestellt. Im Oktober 2022 kommt dann noch die Linie S8 (Grünau - Hohen Neuendorf) dazu. Ab 2023 sollen auch auf der Ringbahn (S41 & S42) ausschließlich die Baureihen 483/484 verkehren.


Quellen:


     》Text:    Lucian Berndt

     》Bilder: Lucian Berndt

                     Wikipedia

     》Infos:   Wikipedia-Artikel