Güterzug rast über 100 Kilometer ungebremst durch Bayern - kein technisches Versagen

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Zwei Mitarbeiter des Bahnunternehmens K-Rail GmbH hatten am 22. August die Bremsschläuche der Güterwagenn nicht mit den beiden Lokomotiven verbunden und zusätzlich die zwingend notwendige sowie vorgeschriebene Bremsprobe nicht durchgeführt. Beide Mitarbeiter wurden nach dem Vorfall fristlos entlassen, die Bundespolizei ermittelt gegen Beide wegen gefährlichen Eingriff in den Bahnbetrieb.

 

Nachdem die Lokführer mit ihrem Güterzug, bestehend aus zwei Lokomotiven und 19 Wagen mit Holz (Gesamtgewicht 1900 Tonnen!), ohne durchgeführte Bremsprobe und ohne die verbundenen Bremsschläuche im tschechischen Grenzbahnhof Cheb losfuhren, merkten sie erst nach 25 Kilometern Fahrt urz vor der Ortschaft Wiesau, dass sie keine Bremsleistung hatten, denn dort hätten sie das erste Mal halten müssen. Sie informierten anschließend direkt den zuständigen Fahrdienstleiter und verrhinderten damit etwas deutlich schlimmeres: durch den eingestellten Fahrweg über abknickende Weichen wäre der Zug direkt entgleist. Mit der Information konnten die Fahrdienstleiter entlang der Strecke alle Weichen so stellen, dass der Zug durchgehend freie Fahrt auf dem Hauptgleis hatte. Laut einem Bahnsprecher geschah das alles innerhalb von wenigen Minuten. Im Normalfall kann ein Zug durch ein rotes Signal immer zwangsgebremst werden, was aber vorraussetzt, dass die Bremsen funktionieren. Da dies nicht der Fall war gab es keine andere Möglichkeit, als den zug ausrollen zu lassen. Durch die nahezu durchgängig abschüssige Strecke konnte der Zug nicht früher zum Stehen kommen, da er aufgrund seines geringen Rollwiderstandes immer wieder an Geschwindigkeit gewann. Erst nach weiteren 75 Kilometern nach seinem ersten planmäßigen Halt rollte der Zug langsam aus und kam erst kurz vor dem Bahnhof Irrenlohe, 100 ungebremste Kilometer später, zum stehen. Dort übernahm ein Notfallmanager der Bahn den Zug und fuhr ihn in Schrittgeschwindigkeit auf ein Abstellgleis im Irrenloher Bahnhof.


Quelle:

 

     >>Text: Lucian Berndt

     >>Bild: Pixabay, Symbolbild, freie Verwendung

     >>Info: Süddeutsche Zeitung