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Deutsche Bahn kauft 17 KISS-Triebzüge von der Westbahn

Deutsche Bahn unterzeichnete den Kaufvertrag mit der Westbahn Züge sollen bereits ab Frühjahr 2020 fahren Premiere auf neuer Linie Dresden - Berlin - Oranienburg - Rostock

So sollen sie aussehen, die neuen gebrauchten KISS der Westbahn aus Österreich / Bild: Deutsche Bahn AG
So sollen sie aussehen, die neuen gebrauchten KISS der Westbahn aus Österreich / Bild: Deutsche Bahn AG

Die Deutsche Bahn kauft kurzfristig 17 Fahrzeuge des Herstellers Stadler Typ ''KISS 2'', welche bisher bei der Westbahn in Österreich fuhren. Einige der Fahrzeuge sind erst zwei Jahre alt (Ende 2017, neun Fahrzeuge) und haben der Westbahn beste Dienste erwiesen sowie eine hohe Kundenzufriedenheit erreicht, die anderen acht Fahrzeuge sind aus 2011, aber noch "wie neu". Hierdurch beschleunigt die DB den Ausbau des Angebots im Fernverkehr und erweitert seine InterCity-Flotte rasch.

 

Hintergrund dieses Kaufes ist die tiefe Verschuldung der Westbahn (über 83 Millionen Euro) sowie das hohe Interesse der DB AG an gebrauchten hochwertigen Fahrzeugen zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Insgesamt geht man von einem Kaufpreis um die 200 Millionen Euro aus (Quelle). Durch den Verkauf der Fahrzeuge fährt die Westbahn auf ihren Strecken ab Dezember nur noch im Stundentakt statt wie bisher jede halbe Stunde. Gleichzeitig wurden allerdings 15 neue Fahrzeuge Typ ''KISS 3'' bei Stadler bestellt, um den Halbstundentakt ab 2021 wieder aufzunehmen. Weitere Infos zur Misere bei der Westbahn gibt es ebenfalls in oben genanntem Link (*unbezahlte Werbung. Wir stehen in keinerlei Verbindung zu kleinezeitung.at!)

 

Ausstattung und Technik:

Die KISS-Triebzüge werden in vier- und in sechsteiliger Ausführung fahren und haben über 300 (4-teilig, 2011) bzw über 500 (6-teilig, 2017) Sitzplätze. Insgesamt also eine Sitzplatzsteigerung um 7000 Sitze. Sie können bis zu 200 km/h fahren und sind im Farbkleid der bisherigen IC2-Züge gehalten (siehe Visualisierung oben). Außerdem verfügen sie im gesamten Zug über WLAN und haben an jedem Sitzplatz eine Steckdose. Mehrere Sitzlandschaften sowie viel Bewegungsfreiheit steigern den Komfort des doppelstöckigen Elektrotriebwagen deutlich. Ein gastronomischer Service ist geplant. Nach den aktuellen DB-Standarts werden die Bereiche für Kinderwagen, Rollstühle, Fahrräder und Gepäck noch erweitert, da diese Bereiche aktuell noch zu klein sind.

 

Sobald die Testfahrten abgeschlossen sind und das Personal geschult wurde, gehen die Züge auf die Strecke, was im Frühjahr 2020 für die Strecke Dresden - Rostock über Berlin und Oranienburg geplant ist. Die ersten neun Züge erhält die DB im Dezember, dies sind die Fahrzeuge von 2017. Sobald die Westbahn ihre neuen KISS 3 bekommen hat, werden auch die anderen acht Fahrzeuge zur DB wechseln. Vorgesehen ist ein 2-Stunden-Takt, welcher täglich verkehren wird. Damit bindet die Deutsche Bahn die Flächenländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen wieder besser an das Fernverkehrsnetz an, wie sie es versprochen hatte. Bis zum Frühjahr 2020 wird diese neue Linie noch mit InterCity-Fahrzeugen der ersten Generation (Baureihe 101/120 mit einstöckigen IC-mod-Wagen) bedient.

 

Pressestimmen:

„Wir wollen die Schiene in Deutschland stärken und die Fahrgastzahlen im Fernverkehr verdoppeln. Der kontinuierliche Flottenausbau ist dafür eine wesentliche Voraussetzung. Mit dem Kauf der Züge von der Westbahn erweitern wir das Platzangebot für unsere Kunden um fast 7.000 Sitzplätze – und dies bereits sehr kurzfristig. Die Züge sind in einem hervorragenden Zustand und bedeuten Komfort und Zuverlässigkeit für unsere Kunden“, so DB-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber bei der Unterschreibung des Kaufvertrags mit Westbahn-Geschäftsführer Dr. Erich Forster.

 


Quellen:

 

     》Text: Lucian Berndt

     》Bild: Deutsche Bahn AG

     》Info: Pressemitteilung DB AG

     》weitere Infos: kleinezeitung.at und Pressemitteilung westbahn.at